Geschichte der Adler-Apotheke

Photo des Privilegs vom dänischen König Frederik VI. Photo des Privilegs vom dänischen König Christian VIII. Photo des Privilegs vom dänischen König Frederik VII.

Photos: Dr. Martin Zuther

„Wir Frederik der Sechste, von Gottes Gnaden König zu Dänemark, … tun kund, dass bei Uns alleruntertänigst nachgesucht worden. Wir geruhten, dem Kandidaten der Pharmazie Peter Friedrich Jacobsen ein Privilegium zur Haltung einer selbständigen Apotheke im adeligen Gute Ahrensburg allergnädigst zu erteilen.“

Mit diesem Privileg begann im Jahre 1839 die Geschichte der Adler-Apotheke in Ahrensburg. Jacobsen richtete seine Apotheke in der „Kurzen Straße“ ein, wie der Weg zwischen Marktplatz und der Großen Straße damals genannt wurde.

Da sich Ahrensburg in der Mitte des vorletzten Jahrhunderts weiter vergrößert hatte, verlegte Jacobsen seine Apotheke 1854 in die Hamburger Allee, nahe an das neue Zentrum des Ortes. Doch schon drei Jahre später verkaufte er seine Apotheke an Martin Theodor Triepel.

Von diesem erwarb 1869 Dr. Hans Bernhard Pfotenhauer die Ahrensburger Apotheke. Sie hatte nach wie vor keinen Namen, obwohl Pfotenhauer auf seinen Rechnungen bereits das Symbol eines gekrönten Adlers verwendete.

Photo des Apothekengebäudes in der Hamburger Straße

Photo: Dr. Martin Zuther

Nach nur zwei Jahren verkaufte Pfotenhauer seine Apotheke an Reinhold Bonsels. 1880 wurde hier Waldemar Bonsels geboren, der als Autor der „Biene Maja“ weltbekannt wurde. Sein Vater vergrößerte die Apotheke durch einen Anbau, doch schon 1884 wechselte sie wieder in andere Hände.

Auch der Nachfolger, Friedrich Adolf Frucht, betrieb die Apotheke nur bis 1895 und verkaufte sie dann an Karl Hero Krüer, der die Räumlichkeiten weiter ausbaute. Im Jahr 1918 ging die Ahrensburger Apotheke an Dr. Bruno Haase über. In den Briefen zum Eigentümerwechsel tauchte zum ersten Male die Bezeichnung „Adler-Apotheke“ auf, die heute noch geführt wird.

1921 übergab Haase seine Apotheke an Siegfried Rieß. Dessen Tochter Gertrud Eickhorst übernahm 1926 die Verwaltung der Apotheke. Aus politischen Gründen – Frau Eickhorst war Jüdin – musste sie zwischen 1941 und 1955 ihre Apotheke an Hans Güssefeld abgeben.

Wenige Wochen vor ihrem Tod stellte Gertrud Eickhorst 1973 Christian Zuther ein, der die Apotheke erst verwaltete und schließlich übernahm. Haus und Grundstück fielen an die Sparkasse, und Christian Zuther zog mit der Apotheke an ihren jetzigen Standort in der Hagener Allee.

Im April 2011 schließlich übernahm sein Sohn, Dr. Martin Zuther, das inzwischen älteste Geschäft Ahrensburgs. Er führt die Adler-Apotheke behutsam weiter in die Moderne, ohne jedoch ihre lange Tradition aus den Augen zu verlieren.